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Conti-Schicht erklärt: wie das Vollkonti-Schichtmodell wirklich läuft

Die Conti-Schicht ist ein 8-Tage-Zyklus aus 8-Stunden-Schichten: zwei Frühschichten, zwei Spätschichten, zwei Nachtschichten, zwei Tage frei. Vier Gruppen fahren dieselbe Rotation um je zwei Tage versetzt, und der Betrieb ist damit an jedem Tag des Jahres rund um die Uhr besetzt. Geschrieben wird das Modell mal Conti-Schicht, mal Contischicht, auf Englisch Continental, und in vielen Dienstplänen einfach 2-2-2 oder 2-2-2-2. Gemeint ist immer derselbe Zyklus.

Wir machen Lumical, eine App, die Dienstpläne in deinen Kalender scannt. Lies das mit diesem Hinweis im Kopf. Alles Folgende ist Kalenderrechnung, die du in unserem kostenlosen Schichtplan-Visualizer nachprüfen kannst.

Was Vollkonti heißt

Vollkonti kürzt vollkontinuierlich ab und beschreibt zunächst den Betrieb, nicht das Muster: die Anlage läuft rund um die Uhr weiter, auch am Wochenende. Ein teilkontinuierlicher Betrieb (Teilkonti) hält samstags oder sonntags an, ein vollkontinuierlicher nie. Stahlwerke, Chemieanlagen, Glashütten und Papierfabriken fahren so, weil sich ihre Prozesse nicht einfach abstellen lassen.

Die Conti-Schicht ist das klassische Muster, mit dem vier Gruppen so einen Betrieb abdecken. An jedem Tag hat eine Gruppe Früh, eine Spät, eine Nacht, und die vierte hat frei. Steht in deinem Vertrag Vollkonti-Schichtmodell oder vollkontinuierliche Wechselschicht, ist fast immer diese Betriebsart gemeint, und sehr oft dieser Zyklus. Wie die vier Gruppen ineinandergreifen und welche Varianten es gibt, steht ausführlicher im Text zum 4-Schichtsystem.

Der 2-2-2-Zyklus der Conti-Schicht

ZyklustagDienst
1 und 2Frühschicht
3 und 4Spätschicht
5 und 6Nachtschicht
7Erholungstag (die zweite Nacht endet an diesem Morgen)
8Freier Tag

Sechs Schichten à 8 Stunden pro 8 Tage sind 48 Stunden je Zyklus. Auf die 7-Tage-Woche hochgerechnet ergibt das im Schnitt 42 Stunden, und ein Drittel der Schichten sind Nächte. Weil der Zyklus einen Tag länger ist als die Woche, beginnt jeder Durchlauf einen Wochentag später als der davor. Erst nach 56 Tagen, also sieben Durchläufen, deckt sich das Muster wieder mit dem Kalender.

Der schnelle Wechsel ist der Kern des Modells: nie mehr als zwei Tage am Stück in derselben Schichtart. Die Kehrseite steht direkt daneben. Jeder Zyklus enthält sechs Arbeitstage am Stück, das ganze Jahr hindurch, und eine ganze freie Woche wie bei DuPont gibt es nie.

Der erste freie Tag nach den Nächten ist keiner

Die zwei freien Tage liegen immer direkt hinter dem Nachtpaar, das legt der Zyklus fest. Deine zweite Nachtschicht endet am Morgen von Tag 7. Du kommst heim, schläfst bis in den Nachmittag, und der Tag ist im Wesentlichen vorbei. Der Dienstplan zählt ihn als frei. Dein Körper nicht. Im Visualizer heißt so ein Tag Erholungstag, und bei der Conti-Schicht ist der erste freie Tag jedes Zyklus einer, ausnahmslos: der Zyklus kennt keine andere Stelle für das freie Paar.

Aus zwei freien Tagen auf dem Papier wird damit real ein halber und ein ganzer. Wer das Modell fährt, plant Familientermine deshalb auf Tag 8, nicht auf Tag 7. Klingt banal, ist aber der Unterschied zwischen einem echten Ausflug und einem verschlafenen Vormittag.

Wochenenden: null, und zwar strukturell

Ein komplett freies Wochenende heißt: keine Schicht berührt Samstag oder Sonntag, auch keine Freitagnacht, die in den Samstagmorgen läuft. Bei der Conti-Schicht ist die Antwort null. Für jede Gruppe, in jedem Jahr.

Das liegt nicht an Pech mit dem Kalender, sondern am Zyklus selbst. Fallen die beiden freien Tage auf Samstag und Sonntag, dann war der Freitag zwingend die zweite Nachtschicht, und die endet am Samstagmorgen. Liegt nur einer der beiden Tage frei, ist das Wochenende ohnehin angebrochen. Eine dritte Möglichkeit gibt es nicht. Freie Sonntage und freie Samstagnachmittage kommen vor, ein unberührtes Wochenende nie.

Wie das auf echten Daten aussieht, zeigt der Conti-Schichtkalender für 2026: jede Schicht des Jahres, die Jahresarbeitszeit und die Zahl der Nachtschichten, Datum für Datum. Der Kalender für 2027 steht bereit, wenn dein Plan ins neue Jahr rollt.

Warum Betriebe trotzdem daran festhalten

Fair bleiben: zwei Nächte am Stück sind für den Schlaf leichter wegzustecken als sieben, und die 8-Stunden-Schichten halten die einzelnen Tage kurz. Die Verschiebung durch die Woche verteilt gute und schlechte Tage außerdem gleichmäßig auf alle Gruppen. Niemand hängt dauerhaft an den schlechten Wochentagen fest, weil es keine festen Wochentage gibt.

Ob Zuschläge, Freischichten oder eine kürzere Wochenarbeitszeit die Härte ausgleichen, regeln Tarifvertrag und Betrieb, und zwar überall anders. Das können wir hier nicht rechnen. Schau in deinen Vertrag. Wir rechnen den Kalender.

Wo eine App ihren Platz verdient

Die reine Rotation braucht keine App: acht Tage auswendig, fertig. Der echte Dienstplan ist selten so sauber. Tauschschichten, Krankheitsvertretung und Sonderschichten brechen das Muster, und dann hängt am Schwarzen Brett ein Raster mit drei Schichtarten und drei verschiedenen Zeiten. Das abzutippen geht schief, am liebsten bei den Nächten, die über Mitternacht laufen. Lumical liest das Foto, legt jede Früh-, Spät- und Nachtschicht mit ihrer Zeit auf den richtigen Tag und zeigt dir alles zur Prüfung, bevor gespeichert wird.


Fährst du Conti nach einem ausgehängten Plan? Hol dir Lumical im App Store und bring den ganzen Zyklus mit einem Foto in deinen Kalender.